Reifen und Räder
Winterreifen wechseln: Zeitpunkt, Ablauf und was wir dabei prüfen
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Wechseln Sie auf Winterreifen, sobald die Temperaturen dauerhaft unter etwa sieben Grad liegen – als Faustregel gilt „von Oktober bis Ostern“. Zurück auf Sommerreifen geht es, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.
Die Temperatur entscheidet, nicht das Datum
Sommer- und Winterreifen unterscheiden sich in Gummimischung, Profil und dem dazu passenden Luftdruck. Die weichere Mischung des Winterreifens bleibt bei Kälte griffig, während der Sommerreifen hart wird und an Haftung verliert. Umgekehrt verschleißt der Winterreifen bei sommerlichen Temperaturen schneller und verlängert den Bremsweg.
Deshalb ist der Kalender nur ein Anhaltspunkt. Wer im Bergischen Land, im Oberbergischen oder im Sauerland unterwegs ist, trifft in den Höhenlagen früher auf Schnee und Glätte als im Rheinland – unsere Niederlassungen liegen in allen drei Regionen. Planen Sie den Wechsel deshalb lieber eine Woche zu früh als einen Frostmorgen zu spät.
Eine feste Winterreifenpflicht nach Datum gibt es in Deutschland nicht. Vorgeschrieben ist die situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen Sie nur mit Winterreifen fahren (§ 2 Abs. 3a StVO).
Profiltiefe und Alter: Wann ein Reifen nicht mehr mitmacht
Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern (§ 36 StVZO). Für den Winterbetrieb ist das sehr knapp: Auf Schnee und Matsch braucht das Profil Volumen, um Wasser und Schnee zu verdrängen – deshalb gilt fachlich ein Wert um vier Millimeter als sinnvolle Grenze für den Wechsel.
Neben dem Profil zählt das Alter. Reifen altern auch im Regal: Nach acht Jahren sollten sie entsorgt werden, unabhängig davon, wie tief das Profil noch ist. Das Herstellungsdatum steht als vierstellige DOT-Nummer auf der Reifenflanke – die ersten beiden Ziffern stehen für die Woche, die letzten beiden für das Jahr.
Vor jedem Reifen- oder Radwechsel prüfen wir alle Räder auf Beschädigungen, Profiltiefe und Herstellungsdatum und sagen Ihnen, ob ein Satz noch eine Saison durchhält. Ist Ersatz nötig, beraten wir aus unserem Sortiment – gestaffelt in die Segmente premium, solide und preisoptimiert, jeweils passend zu Fahrzeug und Fahrverhalten.
So läuft der Räderwechsel bei uns ab
Sie melden sich telefonisch oder über die Terminanfrage mit Fahrzeug und Wunschtermin. In der Werkstatt montieren wir die Räder nach Herstellerangaben, ziehen die Schrauben mit dem vorgegebenen Drehmoment an und lernen das Reifendruckkontrollsystem auf den neuen Satz an – das ist sowohl beim Rad- als auch beim Reifenwechsel nötig.
Neue oder neu aufgezogene Reifen werden anschließend gewuchtet. Durch das Feinwuchten erreichen wir eine höhere Stabilität und bessere Lenkkontrolle und verhindern, dass Unwuchten Fahrwerk und Reifen vorzeitig verschleißen. Weil das Fahrzeug dafür ohnehin angehoben wird, nehmen wir Bremse, Aufhängung und Radlager gleich in Augenschein.
Was dabei auffällt, besprechen wir mit Ihnen, bevor gearbeitet wird: Sie erhalten ein vorab besprochenes Kostenangebot und eine Einschätzung zur voraussichtlichen Dauer. Die Details zu dieser Leistung finden Sie auf der Seite Räderwechsel mit Montage nach Herstellerangaben, das Wuchten erklären wir unter Räder auswuchten.
Selbst wechseln? Was dabei oft übersehen wird
Der Radwechsel bei einer Panne ist nicht mit dem saisonalen Wechsel zu vergleichen. Sie müssen wissen, wo der Wagenheber an der Karosserie angesetzt werden darf, ohne Karosserie oder Schweller zu beschädigen, und welche Schrauben in Größe, Länge und Drehmoment die richtigen sind.
Moderne Fahrzeuge mit Reifendruckkontrollsystem brauchen zusätzlich Fachwissen und Technik, um das System auf die montierten Sommer- oder Winterreifen anzulernen. Und nicht zuletzt sind heutige Kompletträder schwer: Montage und Demontage übernehmen bei uns speziell ausgebildete Mitarbeiter mit den passenden Hilfsmitteln.
Wenn Sie beim Wechsel eine breitere Felge oder eine andere Reifengröße montieren möchten, sprechen Sie uns vorher an. Größere Räder können Sturz und Spur verändern und die Tachoanzeige beeinflussen. Zieht das Fahrzeug nach dem Umbau zur Seite oder fahren die Reifen ungleich ab, lohnt sich ein Blick auf die Achse – welche Anzeichen auf eine verstellte Spur deuten, lesen Sie in einem eigenen Beitrag.
Nach dem Wechsel: die zweite Garnitur richtig lagern
Falsch gelagerte Räder sind eine häufige Pannenursache. Zu hohe Luftfeuchtigkeit lässt Felgen korrodieren, zu große Temperaturschwankungen zerstören das Strukturgefüge, und ein dauerhaft falscher Stand erzeugt einen Standplatten. Für Kompletträder gilt die liegende Lagerung als optimal, einzelne Reifen stehen besser und werden regelmäßig gedreht.
Wer dafür weder Keller noch Garage hat, gibt die Räder bei uns ab: In unseren Hallen und Spezialcontainern sind sie konstant temperiert, trocken und vollständig abgedunkelt gelagert. Über unsere Systemlagerung wissen wir jederzeit, wo Ihre Räder liegen, und können sie zum Termin sofort auslagern. Montierte Kompletträder befreien wir vor der Einlagerung grob von Bremsstaub, damit die Felgen geschont werden.
Wie die Reifeneinlagerung im Reifen-Hotel im Einzelnen abläuft, lesen Sie auf der Leistungsseite.
Wo Sie einen Termin bekommen
Räderwechsel, Wuchten, Reparatur und Einlagerung führen wir in allen neun Niederlassungen in Oberberg, im Rheinland und im Sauerland durch. Viele Standorte sind auch samstags geöffnet; die genauen Zeiten, Anschriften und Rufnummern stehen auf der jeweiligen Seite Ihrer Niederlassung.
Wenn Sie den Wechsel frühzeitig anmelden, bekommen Sie eher Ihren Wunschtermin. Rufen Sie dafür direkt in der Niederlassung an oder senden Sie uns eine Terminanfrage – wir melden uns zurück und stimmen alles Weitere persönlich ab.